
Kronen Zeitung
GAK OHNE ECHTE CHANCE
Derbysieg! Sturm bleibt die Nummer eins von Graz
Sturm Graz hat das Verpassen der Fußball-Champions-League mit einem Derbysieg hinter sich gelassen. Der Meister setzte sich am Samstag im 202. Stadtduell gegen den GAK mit 3:0 (1:0) durch. Die Tore vor 16.400 Zuschauern in der ausverkauften Merkur Arena erzielten Seedy Jatta (41., 96.) und Tomi Horvat (64.).
Sturm schob sich vorübergehend auf Ligarang drei. Bei einem Spiel weniger fehlen zwei Punkte auf Spitzenreiter Salzburg. Der GAK wartet weiter auf den ersten Saisonsieg.
Bei Sturm fehlte der vor dem Abgang stehende Offensivmann William Böving. Nach der Entwicklung der vergangenen Wochen habe ihn die sportliche Führung für ein so wichtiges Spiel wie das Derby mental nicht bereit gesehen, hieß es vom Club. Der Däne befand sich demnach zwar in Graz, aber nicht im Stadion. Wohin es für den 22-Jährigen gehen soll, war vorerst offen. „Da kann in den nächsten Stunden noch einiges passieren“, sagte Sturms Sport-Geschäftsführer Michael Parensen auf Sky.
Statt Böving stürmte Youngster Leon Grgic, statt des mit einem Knochenmarksödem länger ausfallenden Arjan Malic verteidigte Tim Oermann rechts in der Viererkette. Dazu musste Sturm in der 38. Minute nach einem Zusammenprall mit seinem Goalie Oliver Christensen Kapitän Jon Gorenc Stankovic wegen einer Schulterverletzung durch Jacob Hödl ersetzen. Beim GAK fiel Donovan Pines aus, der zwar aufwärmte, wegen Magen-Darm-Problemen aber nicht einsatzfähig war. Statt des US-Legionärs begann Lukas Graf im Abwehrzentrum.
Sturm-Führung dank Slapstick-Tor
Sturm war zur Freude der 4.000 „Auswärtsfans“ aus dem eigenen Lager bereits in der ersten Hälfte die gefährlichere Mannschaft. Bei der ersten Topchance scheiterte Grgic an GAK-Goalie Jakob Meierhofer (24.). Zwei Minuten später schoss Sturmkollege Jatta diesem in einer Kontersituation ebenfalls nach Zuspiel von Horvat in die Arme (26.). Das 0:1 schoss sich der GAK dann fast selbst: Meierhofer verfehlte eine verunglückte Rückgabe von Ludwig Vraa, der Ball sprang an die Stange – und Jatta drückte ihn aus kurzer Distanz über die Linie.
Zur Pause war wegen Wadenproblemen auch für Sturm-Spielmacher Otar Kiteishvili Schluss, für ihn kam Stammkapitän Stefan Hierländer. Der GAK kam ambitioniert aus der Kabine, dem Meister entglitt die Partie etwas. GAK-Kapitän Daniel Maderner ließ eine Kopfballchance auf den Ausgleich aus (47.), kurz danach zwang Tio Cipot mit einem starken Schuss Christensen zu einer Parade (48.). Auf der Gegenseite prüfte Horvat nach Ballgewinn von Hödl Meierhofer (58.). Wenig später landete ein verdeckter, von Vraa leicht abgefälschter Schuss des Slowenen im Tor.
GAK 19 Jahre ohne Derbyerfolg
Der GAK schwächte sich im Finish selbst. Tobias Koch, der Sekunden zuvor die Kapitänsschleife des ausgewechselten Maderner vom ebenfalls aus dem Spiel gegangenen Graf übernommen hatte, fuhr Grgic von hinten in die Beine und sah Rot (80.). Für den Schlusspunkt sorgte Jatta, der nach einem von Meierhofer parierten Schuss des eingewechselten Belmin Beganovic per Abstauber seinen Doppelpack schnürte. Sturms siebenter Derbysieg in Folge war trotz dünner werdender Personaldecke perfekt.
Von 202 Grazer Derbys hat Sturm 85 gewonnen, der GAK 68. Der bisher letzte Erfolg gegen den Stadtrivalen gelang den „Rotjacken“ allerdings im November 2006. Nach dem Wiederaufstieg gab es in der Vorsaison in der Liga ein 2:5 und ein 1:2. Der GAK ist nach sechs Pflichtspielen in dieser Saison noch sieglos und im Cup bereits ausgeschieden. In der Liga stehen für das Team des ehemaligen Sturm-Verteidigers Ferdinand Feldhofer drei Remis zu Buche.
Grazer AK – SK Sturm Graz 0:3 (0:1)
Merkur Arena, 16.400 Zuschauer (ausverkauft), SR Ciochirca
Tore:
0:1 (41.) Jatta
0:2 (64.) Horvat
0:3 (96.) Jatta
GAK: Meierhofer – Vraa, Graf (80. Lichtenberger), Owusu – Frieser (70. Satin), Koch, S. Fofana, Italiano – Harakate (84. Kreuzriegler), Maderner (70. Jano), Cipot (70. Hofleitner)
Sturm: Christensen – Oermann (76. Haider), Aiwu, Lavalee, Karic – Horvat, Gorenc Stankovic (38. Hödl), Kiteishvili (46. Hierländer), Chukwuani – Jatta, Le. Grgic (93. Beganovic)
Rote Karte: Koch (80./Foulspiel)
Gelbe Karten: Feldhofer (Trainer), Graf bzw. Karic, Jatta, Hödl, Chukwuani
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